La Rotonda

Der Torre Andreu ist besser unter seinem Spitznamen La Rotonda wegen des runden Turm an der Hausecke bekannt. Er markiert den Anfang der Avinguda Tibidabo, die zum gleichnamigen Vergnügungspark hinaufführt.

Das Gebäude wurde 1900 vom Apotheker Salvador Andreu beim Architekten Adolf Ruiz i Casamitjana in Auftrag gegeben, der mit dem Bau 1906 begann und ihn 1918 fertigstellte. Aber die modernistische Fassade, wie sie heute zu bestaunen ist, wurde bei einer Renovierung bereits zwei Jahre später, 1920, durch den Architekten Enric Sagnier i Villavecchia gestaltet. Er war es auch, der den markanten Turm anbrachte, der dem Gebäude seinen Namen gab.

Gedacht war das Gebäude als Sommerresidenz der Familie Andreu. Aber bereits die ersten Baupläne von 1900, die dem Rathaus zur Baugenehmigung vorgelegt wurden, ließen Rückschlüsse darauf zu, dass die Endnutzung nicht in einem Zweitwohnsitz enden würde. Und so kam es, dass das Gebäude bei der endgültigen Fertigstellung 1918 bereits als das Hotel Metropolitan bekannt war. In den 50er Jahren änderte es seinen Namen zu La Rotonda. Das Hotel war mit jeglichem Luxus ausgestattet. Ein Zeitungsartikel vom 19. Oktober 1956, der in der Zeitung Solidaridad Nacional erschienen ist, spricht vom La Rotonda als einer der aristokratischsten Orte Barcelonas mit 73 Apartments, die jeweils einen eigenen möblierten Aufenthaltsraum hätten, sowie ein Bad und ein Büro, da die Räumlichkeiten nicht nur für Reisende, sondern auch für Dauermieter ausgerichtet waren. Der angeschlossene Salon wies eine Kapazität für 350 Personen auf und zusätzlich gab es ein Restaurant mit einer großen Terrasse und Garten. Es wurde als uno de los mejores en su género que tenemos en España bezeichnet (eines der besten seiner Art, die wir in Spanien haben).

Als das Hotel gegen Ende der 1960er Jahre seinen Ruhm verblasen sah und immer mehr zu einer gewöhnlichen Absteige verkam, wurde beschlossen, das Hotel in eine Klinik umzuwandeln. Das Innere des Gebäudes wurde umgebaut und ab den 1970er Jahren als Klinik unter dem Namen Clínica Rabassa betrieben. Mit diesen unterschiedlichen Nutzungen gingen immer wieder Umbauarbeiten einher, die die modernistische Inneneinrichtung mit der Zeit auslöschten.

1975 wurde in Erwägung gezogen, das Gebäude abzureißen und auf dem Gelände ein Gebäude zu errichten, das rentabler Betrieben werden konnte. Welchen Nutzen es auch immer haben würde. Nur durch den starken Protest der Anwohner konnte das Gebäude gerettet werden und es wurde 1976 in den Catàleg de Patrimoni Arquitecònic de l’Ajuntament de Barcelona, den Katalog des Architektonischen Erbes des Rathauses von Barcelona, aufgenommen. Geschützt wurden die modernistische Fassade und der Turm.

Nach einer Renovierung wurde in den 1980er Jahren in der Klinik ein Hospiz für sterbenskranke Menschen im Endstadium in dem Gebäude untergebracht, das von der Fundació Sociosanitària de Barcelona betrieben wurde.

1999 erwarb die Baufirma Núñez y Navarro das Gebäude von der Familie Andreu für 2,5 Mio Peseten. Der Plan dieser Baufirma sah vor, das Gebäude zu 80% niederzureißen und nur die spektakuläre Außenfassade, die unter Denkmalschutz steht, zu erhalten. Als Nutzung wurden Büroflächen von 10.000m2 vorgesehen. Es dauerte, bis die Pläne in die Tat umgesetzt werden konnten, da sich Widerstand formierte, der das Gebäude in seiner Gänze bewahren wollte. Zum Schluss konnte die Baufirma ihr Vorhaben jedoch umsetzen und das Gebäude neugestalten. 2016 wurde mit den Umbauarbeiten abgeschlossen. Die gesamten Renovierungskosten der Fassade und der Neubau des Gebäudes kosteten die Firma um die 70 Mio Euro.

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