Parc del Labirint

Parc del Labirint (1)Das Stadtviertel Horta ist nicht gerade ein Magnet für Ausflügler, da es abseits der touristischen Hauptwege liegt und vom Zentrum Barcelonas etwas weiter entfernt ist. Doch lohnt es sich, den Weg hierher zu finden. Denn am Fuße des Collserola befindet sich der sogenannte Parc del Labirint, der Park des Labyrinths. Den Namen trägt der Park aufgrund eines kunstvoll gestalteten Heckenlabyrinths, das zu den noch wenigen erhaltenen in Europa zählt. Der Park ist der älteste Barcelonas und wurde bereits im 18. Jahrhundert durch den Adligen Joan Antoni Desvalls angelegt, als sich die Hänge des Collserola zum Sommersitz der adligen und wohlhabenden Bürger Barcelonas entwickelten. Joan Antoni Desvalls erbte das Land von seiner Mutter und ließ dort 1791 eine Sommerresidenz für seine Familie errichten. Die Gestaltung der Parkanlage übernahm Desvalls selber, auch wenn er sich dazu Unterstützung bei einem italienischen Landschaftsarchitekten holte. Die Arbeiten wurden 1799 beendet. Es kam in den darauffolgenden Jahrzehnten immer wieder zu einer Erweiterung der Parkanlage. So wurde zum Beispiel unter Leitung Joaquim Desvalls i Sarriera, dem Enkel Joan Antoni Desvalls, die romantische Kanalanlage oberhalb des Labyrinths errichtet. Seit 1880 hat die Anlage jedoch ihr heutiges Aussehen.

Parc del Labirint (2)Mehrmals wurde der Park Schauplatz königlichen Besuchs. Sowohl Karl IV. als auch sein Sohn Fernando VII. waren bei den Desvalls zu Gast. An den Besuch Fernando VII. erinnern zwei Löwenstatuen am hinteren Portal des Palastes der Desvalls und eine Tafel am Bassin des Sees oberhalb des Labyrinths erinnert an den Besuch Karl IV. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es dann Alfonso XIII., der dem Park die Ehre eines Besuchs gab.

???????????????????????????????Durch seine romantische Gestaltung wurde der Park ebenso als Theaterbühne genutzt. Der katalanische Dichter Joan Maragall übersetzte Goethes „Iphigenie auf Tauris“ ins Katalanische und die Uraufführung dieses Stücks fand 1898 am Ariadnetempel auf der Aussichtsterrasse statt.

???????????????????????????????Bis 1968 befand sich der Park im Besitz der Familie Desvalls, bevor ihn die Stadtverwaltung Barcelonas erwarb und nach intensiven Restaurierungsarbeiten 1971 der Öffentlichkeit zugänglich machte. Der Park wurde als Privatanlage konzipiert und war dem Ansturm der Besucher nicht gewachsen, so dass in den 90er Jahren erneut eine Komplettrestaurierung des Parks stattfinden musste. Heute ist die Anzahl der Besucher, die sich gleichzeitig im Park aufhalten dürfen, begrenzt, um das Gleichgewicht nicht zu zerstören.

Der Park ist in verschiedene Zonen eingeteilt. Am Eingang befindet sich der ehemalige Wohnpalast der Desvalls. Er ist etwas verfallen und wird zur Zeit restauriert. Sollten die Bauarbeiten jemals abgeschlossen werden, soll er dem Publikumsverkehr zugänglich gemacht werden. Die Anlage ist terrassenförmig angelegt und jede Ebene hat ihr eigenes Motto. Direkt neben dem Palast befindet sich der Buchsbaumgarten, der durch die Mauer des Palastes eingefasst und nicht zugänglich ist. Der Eingang zum Blumengarten wird durch ein Tor im asiatischen Stil markiert. Spannend wird es, wenn man den Anstieg vornimmt und zum Labyrinth hinauf geht. ???????????????????????????????Dieses Labyrinth, das dem Park auch seinen Namen gibt, wurde 1792 angelegt und befindet sich im Mittelpunkt des Parks. Nur zur Beruhigung: Bisher hat noch jeder wieder aus dem Labyrinth herausgefunden. Vom Labyrinth aus gelangt man zur Aussichtsterrasse, an deren Enden sich jeweils ein Tempel befindet. Einer mit der Statue der Ariadne, der andere mit einer Statue der Danaë. Von hier hat man einen perfekten Ausblick auf das Labyrinth. Oberhalb der Terrasse verläuft der romantische Kanal. Von dort gelangt man über die Treppe zum Pavillon und dessen angrenzendes Bassin.

Der Besuch des Parks ist empfehlenswert. Als kleiner Tipp sei angemerkt, dass Mittwoch und Sonntag der Eintritt frei ist. Zwar wurde der Park als Schauplatz einiger markanter Szenen im Film „das Parfüm“ bekannter, doch existiert auch bei schönstem Wetter immer noch die Möglichkeit, den Park in aller Ruhe zu besichtigen.

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