Schneckenkolonie in Sant Antoni

Schneckenkolonie

Im Viertel Sant Antoni, an der Straßenecke, an der sich die Carrer de Tamarit mit der Carrer d´Entença trifft, lässt sich ein Haus finden (Hausnummer 89 und 91), das nun schon seit mehr als 100 Jahren von einer Schneckenplage befallen ist. Sie befinden sich überall an der Hausfassade. Vom Hauseingang bis hinauf zur Vorrichtung, mit deren Hilfe die Umzüge zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden. Mit Dutzenden von Schnecken in allen Größen und Schattierungen ließen die Bauherren ihr Haus dekorieren. Der Architekt Carles Bosch Negre errichtete den Häuserblock 1895 und wurde ebenfalls mit der Dekoration beauftragt. Aus welchem Grund sich nun Bauherren und Architekt für die Schnecken entschieden, ist unbekannt.

Eine Legende aus dem Viertel könnte jedoch Aufschluss geben. Sie besagt, dass, als die Häuser und das Viertel generell im Entstehen begriffen waren, auf der weitestgehend brachliegenden Fläche ein altes Ehepaar lebte, das sein kümmerliches Einkommen mit dem Sammeln von Schnecken an den Hängen des Montjuïc und deren späteren Verkauf auf dem Markt von Sant Antoni aufbesserte. Eines Tages sollen die beiden alten Leutchen bei einem ihrer Streifzüge zur Schneckenjagd auf einen Topf voll Gold gestoßen sein. Mit Hilfe dieses Fundes sollen die Eheleute den Bau der beiden Häuser finanziert haben und als Erinnerung an die Tiere, denen sie ihren neuen Reichtum zu verdanken hatten, ließen sie die Schnecken in die Fassade integrieren.

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