Verbrechen in Sant Cugat

Sant Cugat Monestir (1)Das Kloster von Sant Cugat del Vallès wurde zu Weihnachten 1350 Schauplatz eines Verbrechens. Der Abt des Klosters, Arnau Ramon de Buire, wurde während der Christmesse, der misa de gall, vor den Augen der Gemeinde ermordet. Zu dieser Tat kam es wie folgt: Arnau Ramon de Buire wurde 1348 Abt des Klosters. Zu dieser Zeit kam das Kloster in den Genuss einer großzügigen Schenkung. Der Adlige Ramon de Saltells aus Cerdanyola wurde Witwer. Da sein Sohn vor Jahren das väterliche Haus verlassen hatte, ohne dass sein aktueller Aufenthaltsort bekannt wäre, beschloss Saltells, sein Vermögen und seine Ländereien dem Kloster zu vermachen und 10.000 Sou als Erbschaft auf die Seite zu legen, für den Fall, dass sein Sohn eines Tages zurückkommen würde. Saltells verstarb und dem Kloster fielen die Ländereien und das Vermögen zu.

Sant Cugat Monestir (4)Berenguer de Saltells, der verschollene Sohn, hielt sich die Zeit über in Barcelona auf und erfuhr vom Tod seines Vaters. Als er nach Hause zurückkehrte, um sein Erbe anzutreten, sah er sich damit konfrontiert, dass ihn bis auf die zurückgelegten 10.000 Sou nichts erwartete. Er focht das Testament seines Vaters an und bekam recht. Das Kloster durfte zwar die Ländereien behalten, musste Berenguer de Saltells jedoch 47.000 Sou als Ausgleich zahlen. Dem Kloster stand so eine Summe aus dem Stegreif nicht zur Verfügung. De Buire wollte daher ein Teil der Ländereien verkaufen. Doch da dies in die Zeit der Pest fiel und Landerwerb das letzte war, was die Leute in dieser Zeit antrieb, konnte er lange keinen Käufer finden. Als ihm schließlich ein jüdischer Kaufmann 48.000 Sou für das Land bot, konnte er zwar die Summe für den Ausgleich zahlen, für die mittlerweile angelaufenen Zinsen reichte es nicht.

Sant Cugat Monestir (2)Berenguer de Saltells fühlte sich betrogen. Die genauen Gründe für sein weiteres Vorgehen liegen im Unklaren. Er entlud jedoch seinen Zorn auf das Kloster, den Abt und seinen Vater an Weihnachten 1350. Während der Christmesse drang er mit einigen seiner Getreuen in die Kirche des Klosters ein und tötete den Abt vor der versammelten Gemeinde am Altar. Berenguer de Saltells konnte entkommen. Sein Fall wurde jedoch 1351 auf den Corts, der Zusammenkunft des Königs mit seiner Regierung, besprochen und als nie dagewesenes Verbrechen gebrandmarkt.

Sant Cugat Monestir (3)Es wird behauptet, dass der eiserne Hahn auf der Spitze des Klosters nach dem Verbrechen dreimal gekräht hat, die Glocken von selbst anfingen, zu läuten und das Gras auf dem Weg vertrocknete, den die Mörder auf ihrer Flucht eingeschlagen hatten.

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