Silvester und Neujahr

FeuerwerkFeste und Traditionen zu Silvester und Neujahr reichen noch nicht allzu weit zurück, sondern sind eher jüngeren Datums. In den letzten Jahren wurde es Brauch, den Silvesterabend außerhalb seines Hauses zu verbringen. In Barcelona z.B. am Fuße des Montjuïc. Doch ursprünglich wurde der letzte Abend des Jahres zu Hause im Kreis der Familie verbracht. Was auch damit zusammenhängt, dass der Volksglaube annahm, dass in dieser speziellen Nacht des Jahres die Trennung zwischen realer Welt und der Welt der Geister, Hexen und Dämonen verschwimmt und sich der Dimoni Escuat oder der Caçador Negre, zwei Figuren aus der katalanischen Mythologie, auf die Straßen der Stadt begeben und sich Opfer suchen.

Wie in Spanien ist es Brauch, mit jedem Schlag der Glocke zu Mitternacht eine Weintraube zu verspeisen. Dazu gibt es einen Spruch im Katalanischen, der besagt, dass „qui menja raïm per cap d’any, porta diners tot l’any“, wer an Neujahr Weintrauben isst, hat das ganze Jahr über Geld. Jedoch wird dieser Brauch gerne auch mit Trockenfrüchten oder Oliven abgehalten.

Der Neujahrstag, der 1. Januar, wird „ninou“ genannt, was aus dem Lateinischen „Annom Novum“ entstanden ist. Daher hieß der Brauch, dass die Kinder am Neujahrstag von Tür zu Tür zogen und den Menschen zum neuen Jahr gratulierten auch „Anar a ninou”, zum neuen Jahr gehen. Diese Besuche waren immer mit einem Lied verbunden und wurden mit einer kleinen Dreingabe wie Süßigkeiten belohnt.

In einigen Dörfern Katalonien, besonders in der Küstenregion, werden spezielle Feste veranstaltet, damit man die ersten Sonnstrahlen des neuen Jahres erleben kann. Diese Feste nennen sich „Aplec del Sol”. Ihnen gehen in den meisten Fällen ein gemeinsames Essen und nächtliche Veranstaltungen voraus. Kurz bevor die Sonne das neue Jahr begrüßt, versammeln sich die Menschen an vorher bestimmten Orten, um den Sonnenaufgang mitzuerleben. An der Küste vor allem am Strand. Einige stehen extra für dieses Schauspiel auf. Die Mehrheit jedoch ist noch vom Silvesterabend übrig geblieben. Gefeiert wird in den meisten Fällen mit Sardanes und natürlich gutem Essen. Es gibt sogar eine eigens für diesen Tag komponierte Sardana, die „Sortida de sol“, von Josep Vicens i Juli. Sie hat zwei Teile. Der erste Part wird vor den ersten Sonnenstrahlen getanzt, der zweite nachdem die Sonne aufgegangen ist.

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