El dia dels innocents – der 28.Dezember in Katalonien

Was in Deutschland der erste April ist, ist in Katalonien der 28. Dezember. An diesem Tag ist alles erlaubt. Es lösen sich die sozialen Schichten auf und jede Tollheit ist gestattet und wird verziehen. Dieser Tag gehört zu den so genannten „llibertats de desembre“, den Freiheiten des Dezembers und beinhaltet neben den Scherzen des 1. Aprils auch noch Elemente des Karnevals, so dass man ihn manchmal auch als „carnestoltes de nadal“, als Weihnachtsfasching, bezeichnet.

Aus der christlichen Tradition heraus ist dieser Tag kein Tag der Verrücktheiten. Im Gegenteil. Der 28. Dezember gilt dem Gedenken an den vom König Herodes in Auftrag gegebenen Kindermord zu Bethlehem, der stattgefunden haben soll, nachdem Herodes die Nachricht von der Geburt des Königs der Juden erfuhr. Tausende von unschuldigen Kindern sollen ihm zum Opfer gefallen sein. Wie kam nun die Verbindung zwischen der Geschichte dieses Massakers und den Späßen und Tollheiten in der heutigen Zeit zustande? Es wird damit erklärt, dass dieses Täuschen, das mit diesem Tag einher geht, auf die Eltern der Kinder zurück geht, die auf Tricks und Listen zurückgegriffen haben, um ihre Kinder vor den Häschern des Herodes zu retten.

In einigen Gemeinden finden an diesem Tag spezielle Messen mit humoristischem Anstrich statt. Der Pfarrer selbst nimmt die Liturgie auf die Schippe und sich selbst und seine Kirche nicht so ernst. Auch in den Rathäusern übernehmen andere die macht. Die Bürgermeister werden für diesen Tag enteignet und zur Rechenschaft gezogen. Wer jetzt parallelen zum schmutzigen Donnerstag in den Karnevalshochburgen zieht, liegt damit vollkommen richtig. Wie schon gesagt gehört der 28. Dezember mit zur Karnevalszeit in Katalonien und da dieser Tag in gewisser Weise die Karnevalszeit in Katalonien einläutet, war und ist es in einigen Dörfern brauch, einen König zu wählen, den so genannten Rei de Nadal. Dieser König ist dafür zuständig, dass wenige Wochen später der Karneval in der Stadt Einzug hält. Diese Tradition hat ihre Wurzeln im Mittelalter. Sie wurde bereits 1480 in Igualada das erste Mal dokumentiert.

An diesem Tag sollte man regelmäßig seinen Rücken nach der „llufa“ abtasten. Es ist vor allem für Kinder ein Spaß, Familienangehörigen, Freunden, Bekannten aber auch Fremden kleine Papierfiguren, die llufa, als Spaß an die Kleidung zu heften, ohne dass die betroffene Person es merkt. Ursprünglich waren diese llufes Kohl- oder Salatblätter, die die Kinder vom Markt auflasen und den Marktbesuchern anhefteten.

Eine weitere Tradition sind die Späße, die sich vor allem die jungen Leute im ganzen Land an diesem Tag einfallen lassen. Dies reicht von absurden Telefonanrufen bis hin zum Spülmittel im Stadtbrunnen, der vor Schaum überquillt.

Natürlich gehören auch Falschmeldungen in den Zeitungen dazu, die am nächsten Tag aufgelöst werden.

Der Tag ist wirklich eine Mischung aus 1. April, Karneval und aufgrund einiger Streiche könnte man auch den 1. Mai mit dazuzählen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: