La Taronjada

La Taronjada Der Carnestoltes hat in Barcelona eine sehr lange Tradition. Die erste Erwähnung von Feierlichkeiten stammt aus dem Jahr 1333. Kurioserweise wurden uns die Traditionen zum Karneval über offizielle Verbote übermittelt. Den Stadtbehörden war der Karneval nicht geheuer und sie wollten ihn mit allen Mitteln unterdrücken. An der Tatsache, dass diese Verbote Jahr für Jahrerneuert und mit höheren Strafen belegt werden mussten, lässt sich erkennen, wie sehr die Bevölkerung an ihrem Carnestoltes hing und sich durch nichts davon abbringen ließ, ihn zu begehen. Aus dieser Zeit stammt auch eine der ältesten Karnevalstraditionen: La Taronjada. La Taronjada kommt von „taronja“, dem katalanischen Wort für „Orange“. Die Tradition geht auf das 15. Jahrhundert zurück, als die Orangen, die zum Werfen verwendet wurden, noch echte Orangen waren. Denn genau das wurde mit den Orangen getan. Die Teilnehmer des Carnestoltes in Barcelona bewarfen Häuser und Menschen mit Orangen. Auch diese Tradition wurde uns durch ein Verbot überliefert. Joan Amades hat ein Dokument gefunden, dass genau diese Veranstaltung verbot. Der genaue Wortlaut lautet:

la taronjada„Ara hioats per manament del noble vaguer ordonaren los honorables Consallers e prohomens de la dita Ciutat per esquivar molts inconvenients e mals qui en aço so porien seguir, que algun fadri o macip altre qualsevol persona no gos ab mandrons ni en altres manera apadragar ni lançar taronges ni altres coses en so, per les places, carrers, ni altres lochs de la dita Ciutat.” (Volumen de Bans de 1401 n. 9 Arxiu Municipal histoòric de Barcelona, Joan Amades – el carnestoltes a Barcelona fins el segle XVIIIè)

La TaronjadaFrei übersetzt bedeutet dieses Verbot, dass die Behörden der Stadt, um unangemessenen und schlechten Vorkommnissen vorzubeugen, die daraus entstehen könnten, das Werfen jeglicher Art von Orangen oder anderen Gegenständen auf den Plätzen, in den Straßen und anderen Orten der Stadt verbieten.

Eine Zuwiderhandlung wurde mit einer hohen Geldstrafe oder einigen Tagen im Gefängnis bestraft. Dieses Verbot wurde ständig wiederholt und im Laufe weniger Jahre wurden aus 10 Tagen Gefängnis 20 Tage, weil sich die Bevölkerung nicht davon abhalten lassen konnte, mit Orangen um sich zu werfen.

La Taronjada Heute landet niemand mehr im Gefängnis, wenn man an der Taronjada teilnimmt. Sie ist der zentrale Akt des barcelonesischen Faschings und der Sonntagnachmittag wird in orange getaucht. Diese Tradition wurde vor einigen Jahren erneut ins Leben gerufen, wenn auch nicht mehr mit echten Orangen. Der Akt beginnt mit dem Umzug des Rei Carnestoltes, des Königs des Karnevals. und seinem Gefolge durch das Bornviertel vom Mercat Santa Caterina zum Born Centre. Das Gefolge des Königs setzt sich aus den sieben Ambaixadors zusammen, die jeweils ein Viertel der Stadt Barcelona repräsentieren.

La Taronjada Während der Zug sich seinen Weg durch die verwinkelten Gassen des Bornviertels bahnt, werden vor dem Born Centre der wartenden Menge traditionelle Tänze aus verschiedenen Regionen Kataloniens dargeboten, die speziell zu Karneval getanzt werden. Nebenher wird in der Menge Konfetti verteilt. Natürlich in orange.

Sobald sich der Zug dem Bornviertel nähert, werden die einzelnen Ambaixadors vorgestellt und auf der Bühne empfangen. Sie erwarten mit der Menge den König, ohne den die Taronjada nicht beginnen kann. Er ist es, der den Startschuss gibt.

la taronjadaNach einer kurzen Ansprache an sein Volk, zählt er den Countdown für den Beginn der Taronjada abwärts. Bei null werden aus mehreren Konfettikanonen orangene Papierschnipsel in die Menge geworfen, die selber jede Art von Orangenem in die Luft wirft. Dazu werden orangefarbene Riesenluftballons in die Menge geworfen, die begeistert aufgenommen und durch die Luft gewirbelt werden. Der gesamte Vorplatz des Born Centre wird in orangenem Konfetti regelrecht ertränkt. Die Sause endet mit einem Flashmob und dem Beginn des direkt im Anschluss stattfindenden Balls.

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