Straßenschilder in Barcelona

???????????????????????????????Jeder Straßenname der Stadt Barcelona ist in eine Marmorplatte eingraviert, die mit Bolzen an der Hauswand befestigt ist. Diese Art der Beschilderung geht auf eine Episode aus dem Jahr 1842 zurück. 1842 kam es zu einem Aufstand der Bevölkerung Barcelonas gegen die spanische Zentralregierung. Er wurde gewaltsam und mit voller Härte niedergeschlagen. Um den Widerstand der Bevölkerung zu brechen, gingen Tausende von Bomben und Brandsätzen vom Castell auf dem Montjuïc auf Befehl des Generals Espartero auf die Stadt nieder. Nach dieser Episode bekam der General den Spitznamen „General Bum-Bum“ verpasst.

Eine der repressiven Maßnahmen nach dem Aufstand bestand in einer sehr hohen Geldforderung an die Stadt. Um die Summe einzutreiben, sollte jede gemeldete Familie von den Leuten Esparteros aufgesucht und zur Kasse gebeten werden. Um diesen Zwangszahlungen zu entgehen, beschlossen ein paar mutige Männer, es den Eintreibern von Espartero nicht leicht zu machen. Zu dieser Zeit waren die Straßennamen und Hausnummern, wenn überhaupt, direkt auf die Hauswand mit Farbe angebracht. In der Nacht bevor die Eintreiber mit ihrer Arbeit beginnen sollten, überdeckten und entfernten die Männer die Straßennamen, so dass am nächsten Tag die von der Zwangsabgabe betroffenen Personen nicht aufgefunden werden konnten. Denn natürlich halfen die Nachbarn den Eintreibern nicht weiter, als diese sie nach den Bewohnern fragten. Es war nicht möglich, das Geld einzutreiben, so dass die Eintreibung fallen gelassen werden musste.

Auf dass sich ein solches Ereignis nicht wiederholen würde, wurde 1856 beschlossen, jede Straße mit einer offiziellen Plakette zu versehen. Die erste Plakette wurde an der Plaça Sant Josep Oriol angebracht. Es dauerte insgesamt sechs Jahre, bis jede Straße der Stadt beschriftet war. Da das Katalanische zu dieser Zeit von der Zentralregierung in Madrid nicht als offizielle Sprache sondern als irgendein lokaler Dialekt angesehen wurde, wurden die Straßennamen in Kastilisch angebracht. Was zu mancher Sprachvergewaltigung führte. So wurde aus der „Carrer d´en Gignàs“ die „Calle del Gimnasio“, obwohl „Gignàs“ ein Eigenname ist. Die Straße ist nach einem Händler aus dem Mittelalter benannt, dessen Name Guillem Nams zusammengezogen wurde zu „Gignas“. Als in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit der Normalisierung der katalanischen Sprache begonnen wurde, bekamen die Straßen ihren katalanischen Namen zurück.

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