Hospital de Santa Creu

Hospital de Santa Creu (1)Mit dem Bau des Krankenhauses Santa Creu im Raval wurde im Jahr 1401 begonnen mit dem Ziel, die ganzen bereits vorhandenen Krankenhäuser Barcelonas, die sich nahezu alle im Raval befanden, zu zentralisieren und die Versorgung der Menschen zu bündeln und zu verbessern. Das Gebäude, das auch heute noch so erhalten ist wie zu Beginn seiner Errichtung, bestand aus vier Flügeln, die um einen Innenhof herum gebaut wurden. Der weltlich gotische Stil, in dem das Gebäude erbaut wurde, hat sich bis heute erhalten. Der Komplex gilt als nationales kulturelles Erbe und ist sogar seit 1997 im Katalog des UNESCO-Weltkulturerbes vertreten.

Hospital de Santa Creu (4)Das Kloster stand unter weltlicher Aufsicht, obwohl im Krankenhausbetrieb natürlich Mönche und Nonnen verschiedenster Orden tätig waren und die Kranken versorgten. Darüber hinaus finanzierte sich das Krankenhaus nicht, wie sonst üblich, rein über Spenden der Gläubigen, sondern auch über Steuergelder. Das Teatre Principal an den Ramblas wurde extra erbaut, um mit einem Teil der Einnahmen den Krankenhausbetrieb zu finanzieren Es war jedoch kein Krankenhaus im heutigen Sinne, sondern Krankenhaus, Spital, Hospiz, Irrenanstalt und Waisenhaus in einem. Hier wurden neben den Kranken auch die Geisteskranken Barcelonas behandelt oder besser gesagt, weggesperrt. Es gab im Volksmund den Spruch „Qui tot s´ho creu va a pasar a l´Hospital Sant Creu“, wer alles glaubt, landet im Hospital Sant Creu.

Hospital de Santa Creu (3)Im Innenhof befindet sich ein wunderschöner Garten. Der Brunnen in der Mitte soll jedoch das Zuhause eines Basilisken sein, der noch heute den Schatz eines Räubers beschützt, der im Krankenhaus verstarb, bevor er seinen Schatz heben oder jemanden den Verbleib mitteilen konnte.

Hospital de Santa Creu (2)Die Steinfigur an einem der Aufgänge im Innenhof stellt Sant Roque dar. Dieser Heilige kam zur Zeit der Pest in die Stadt. Er steckte sich mit dieser an und wurde seiner Herberge verwiesen. Allein und von eiternden Pusteln übersäht, fand er sich auf der Straße wieder. Nur ein Hund begleitete ihn durch die Krankheit und leckte seine Wunden sauber, wodurch Sant Roque die Pest überlebte.

Mit dem Krankenhaus steht der Tod Antoni Gaudís in Verbindung. Nach seinem Unfall mit der Tramvia am 26. Juli 1926 wurde er zunächst unerkannt in dieses Krankenhaus gebracht, da er keinen Ausweis bei sich trug und seine Kleidung eher auf einen Bettler schlieβen lieβ als auf den Architekten Gottes. Er verstarb zwei Tage nach seiner Einlieferung. Gaudí war einer der letzten Patienten, da zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Krankenhaus seinen Dienst einstellte. Es erfüllte nicht mehr die Standards der Zeit. Ersetzt wurde es durch den Komplex des Hospital Sant Pau im Stadtteil Eixample.

Heute beherbergt das Gebäude verschiedene Institutionen wie z.B. die medizinische Fakultät, das Institut für katalanische Studien, die Bibliothek Kataloniens und eine Kunstschule. Die antike Kapelle ist heute ein Ort für verschiedene zeitgenössische Ausstellungen und unterschiedliche Veranstaltungen.

Übrig geblieben aus der Zeit sind nicht nur die Mauern, sondern auch ein paar Seelen, die keine Ruhe finden. Man erzählt sich, dass in den Mauern des ehemaligen Krankenhauses nachts Schritte zu hören sind und verstorbene Patienten durch die Gänge gehen.

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