Canaletasbrunnen

Der Brunnen Canaletas ist der mythische Feierort der culés nach einem erfolgreichen Spiel des FC Barcelonas. Im Gebäude gegenüber befand sich die Redaktion der Tageszeitung und jeden Sonntag wurden auf einer Schiefertafel die aktuellen Fußballergebnisse ausgehängt. Da traditionell in Barcelona die Mehrheit der anwesenden Fuβballfans Anhänger des FC Barcelonas waren, wurden die Ergebnisse natürlich direkt vor der Redaktion gefeiert und diese Tradition beibehalten. Das erste Mal bewusst an diesem Ort gefeiert wurde im Jahr 1925 nach einem Sieg des FC Barcelonas, bei dem die Mannschaft vom Bahnhof Sàrria, der sich damals an der Plaça Catalunya befand, abgeholt wurde und man kollektiv zum Canaletasbrunnen zog, um dort zu feiern.

CanaletasbrunnenEs gibt einen Spruch, der lautet „hi ha més soroll que a la font de Canaletas“, hier ist es lauter als am Canaletasbrunnen. Dieser Spruch beruht darauf, dass der Canaletasbrunnen mit das sauberste Wasser der ganzen Stadt hatte. Daher kamen die Menschen aus vielen Stadtteilen extra her, um sich Wasser von diesem Brunnen abzuzapfen und mit nach Hause zunehmen. Da sich also sehr viele Menschen um den Brunnen hreum aufhielten und sich austauschten, war immer etwas los und es herrschte ein lautes Stimmengewirr.

Woher die „Tradition“ stammt, dass man das Wasser des Brunnens trinken soll, damit man nach Barcelona zurückkommen wird, ist nicht genau bekannt. Es ist jedoch verbürgt, dass bereits schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts diese Besucher der Stadt diesen Akt hinter sich brachten. Darüber hinaus existiert der Spruch „haver begut aigua de la font de Canaletas“, Wasser aus dem Canaletasbrunnen getrunken haben. Dies ist ein anerkennender Ausspruch für Ausländer, die in Barcelona leben und sich perfekt angepasst haben, ja nahezu selber Barcelonesen sind.

Eine Geistergeschichte darf natürlich auch bei diesem Brunnen nicht fehlen. 1854 wurde die Stadtmauer an dieser Stelle abgerissen. Das Cuartel de Estudios an der Rambla dels Estudis, das ehemals die Universität beherbergte und nach dem Erbfolgekrieg als Kaserne und Artillerielager genutzt wurde, musste ebenfalls der Moderne weichen. Nach seinem Abriss wurde genau an dieser Stelle nachts ein Gespenst gesichtet. Es wurde behauptet, es würde sich um einen schon vor langer Zeit verstorbenen Soldaten handeln, der nicht ertragen konnte, dass das ehemalige Militärgebäude abgerissen wurde und sich deswegen in seiner Totenruhe gestört fühlt. Dieses Gespenst manifestierte sich regelmäßig am Canaletasbrunnen und erschreckte dort die Mädchen, die am Brunnen Wasser holten. Es verfolgte sie und pfiff ihnen hinterher. Zum Schutz der Mädchen formierte sich eine Bürgerwehr. Nach der Gründung dieser Bürgerwehr verschwand das Gespenst jedoch und war nie wieder gesehen, weshalb anzunehmen ist, dass es sich bei diesem Gespenst eher um einen jungen Mann aus Fleisch und Blut gehandelt haben wird, der sich einen Spaß mit den Mädchen erlaubte, als um eine übernatürliche Erscheinung.

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