Liceu

Das Liceu wurde auf dem Grundstück eines ehemaligen Konvents der Heiligen Dreifaltigkeit direkt an den Rambles erbaut, das im Zuge der antiklerikalen Tendenzen während des Volksaufstandes im Jahr 1835, wie so viele weitere, bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde. 1838 erwarb der Verein „Liceu Filhàrmonic Dramàtic de S.M. la Reina Isabel II.“ das Grundstück, ein Verein, der sich der Musik verschrieben hatte. Grund des Erwerbs war der Bau eines Theaters. Am 04. April 1847 wurde das Theater mit dem Bühnenstück „Don Fernando el de Antequera“ mit 4.500 Zuschauern eröffnet. Bei seiner Eröffnung war das Liceu das größte Theater der Welt.

BildIm 19. Jahrhundert wurde das Liceu jedoch nicht nur für Opernaufführungen genutzt, sondern auch für Feste und Bälle wie z.B. an Karneval. Dadurch wurde es für einen Teil der Bevölkerung zu einem lasterhaften Sündenpfuhl gegen die christliche Moral. Außerdem verbreitete sich sehr schnell das Gerücht, dass die Mönche des ehemaligen Klosters, die noch immer unter dem Liceu begraben liegen sollen, als Geister auferstanden wären und nun die Mauern des Liceus unsicher machen würden, um gegen die Entweihung ihrer Ruhestätte zu protestieren.

Der berühmte Fluch, der auf dem Liceu lasten soll, basiert auf vier sehr ungewöhnlichen Begebenheiten, die bisher in seiner Geschichte stattgefunden haben.

Im Jahr 1861 brannte ein Großteil des Gebäudes nieder. Als Grund wird eine schlecht gelöschte Öllampe angenommen. Es wurde jedoch auch über Brandstiftung spekuliert, obwohl dieser Verdacht nie bewiesen werden konnte. Geschürrt und genährt wurde dieser Verdacht durch einen Zettel, den man angeblich im Liceu direkt nach dem Brand in der Ruine fand. Auf diesem stand: „Soc un mussol i vaig tot sol, si el torneu a aixecar, jo el tornaré a cremar.” (Ich bin ein Uhu und bin alleine, wenn ihr es (Anm. das Liceu) erneut aufbaut, werde ich es wieder abbrennen).

Bereits ein Jahr später, 1862, kam es zum zweiten Vorfall. Mitten im Wiederaufbau kam es zu einer Überschwemmung der Baustelle. Der Wasserkanal der Ramblas lief aufgrund schwerer und langanhaltender Regenfälle über, überschwemmte die Baustelle komplett und riss einen Teil des Baumaterials mit sich. Der Wiederaufbau musste für ein ganzes Jahr unterbrochen werden.

LiceuBerühmter und bekannter ist das Attentat von 1893. Der Anarchist Santiago Salvador warf während der Aufführung von „Wilhelm Tell“ zwei Orsinibomben ins Publikum. Grund für den Anschlag war der Mord an einem Anarchistenanführer und die Rache für den selbigen. Eine der Bomben riss 20 Menschen in den Tod. Die zweite Bombe explodierte jedoch nicht, da sie sich in den weitauslaufenden Röcken einer Frau verhedderte, die der ersten Bombe zum Opfer gefallen war. Santiago Salvador konnte zunächst entkommen, wurde aber ein Jahr später in Saragossa festgenommen und 1894 wurde hingerichtet.

Der bisher letzte Zwischenfall fand 1994 statt. Das Liceu brannte erneut nieder. Durch eine Unachtsamkeit fingen ein paar leicht entflammbare Bühnenvorhänge Feuer und das Theater brannte bis auf die Fassade aus. Es musste ein weiteres Mail wiederaufgebaut werden. Das aktuelle Gebäude wurde 1999 wiedereröffnet.

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