Casa Battló

Casa Batlló AußenfassadeDie Casa Battló ist wahrscheinlich neben la Pedrera das bekannteste Gebäude am Passeig de Gràcia. Josep Battló i Casanovas hatte ein Haus für 510 000 Peseten an der Nummer 43 am Passeig de Gràcia erworben, das ehemals vom Architekten Emili Sala Cortés erbaut wurde. Die Familie gehörte dem katalanischen Großbürgertum an. Battló selber war Textilindustrieller und hatte mehrere Fabriken und die Stadt. Seine Frau stammte aus der Familie, die die Tageszeitung La Vanguardia 1901 ließ Josep Battló bei der Stadtverwaltung den Antrag stellen, das vorhandene Haus abzureißen und ein neues an derselben Stelle zu errichten. Dieses Anliegen wurde jedoch abgelehnt, so dass er 1904 erneut einen Antrag stellte, diesmal jedoch für einen Umbau.

Casa Batlló Wohnräume (26)Als Architekt für den Umbau sah er Antoni Gaudí vor, der sich bereits einen Namen als Architekt in der Stadt gemacht hatte. Gaudi stellte dem Bauausschuss jedoch vorab nur einen Teil seiner Pläne vor, weil der Großteil nicht mit den herrschenden Bauvorschriften für das Eixample einherging. So wurde zwar der Umbau genehmigt, aber die Pläne hatten bei Weitem keine Ähnlichkeit mit den Vorstellungen Gaudís und dem späteren umgesetzten Bauvorhaben. Der Plan sah eine vollständige Erneuerung der Fassade, einen Umbau der inneren Räumlichkeit für mehr Licht und Luft vor und es wurden gleich zwei Stockwerke zusätzlich hinzugefügt.

Casa Batlló Treppenaufgang (20)Das Innere ist komplett eine Idee von Gaudí. Als Gaudí vor dem Bau des Hauses gefragt wurde, was er mit dem Hause vorhabe, antwortete er: „una visió del paradís“, eine Vision des Paradies. Der Bau dauerte von 1904 bis 1906. Ein englischer Architekt, der das Gebäude besichtigte, als es noch im Entstehen war, sagte über die Casa Battló, dass sie aussehe, als ob sie aus dem Märchen Hänsel und Gretel entsprungen sei. Gaudí soll sich über diese Aussage gefreut haben. Seit 2005 zählt es zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Casa Batlló Treppenaufgang (21)Als Gaudí das Haus entwarf, war die Frau des Hauses besorgt, dass kein Platz für das Klavier ihrer Tochter vorhanden sein würde. Gaudí, versunken in seine Arbeit, hörte nicht auf die Zweifel der Frau und so war nach Vollendung wirklich kein Platz für das Klavier vorhanden. Daher schlug Gaudí, praktisch veranlagt wie alle Katalanen, der Dame des Hauses vor, dass ihre Tochter anstatt Klavier zu spielen doch auf Geige umsteigen solle. Dieselbe Geschichte existiert jedoch auch für den Palau Güell im Ravalviertel und die Tochter der Güells. Deswegen kann man nicht sagen, wieviel Wahrheit in dieser Anekdote steckt.

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