Bombenhagel über Barcelona

3.21 Rablas AmadesIm Herzen des Ravals, an der Plaça Joan Amades, gehen die meisten Passanten an dieser kleinen Plakette vorbei. Und doch erinnert sie den aufmerksamen Betrachter an eines der schlimmten Ereignisse der jüngeren Geschichte Barcelonas. Die Auswirkungen des Spanischen Bürgerkrieges begann Barcelona ab dem Jahr 1938 in aller Deutlichkeit zu spüren, als die franquistischen Truppen ihre Katalonienoffensive begannen. Ein Mittel dieser Offensive bestand in der exzessiven Bombadierung aus der Luft überwiegend durch die italienische Luftwaffe.

Besonders schwer traf es die Stadt im März 1938. Während dieser Bombardierung war es das Ziel der Franquisten und ihrer Verbündeten, die Bewohner der Stadt systematisch zu zermürben und so viel Schaden wie möglich innerhalb der Zivilbevölkerung anzurichten, wie es möglich war. Zwischen dem 16. und dem 18. März wurde Barcelona dreimal aufs Massivste angegriffen und insgesamt warfen die italienischen Flugzeuge in Intervallen von drei Stunden 44 Tonnen an Bombenmaterial über der Stadt ab. Offizielle Zahlen besagen, dass 924 Menschen unter dem Bombenhagel starben, mehr als 1.500 Menschen verletzt wurden und 48 Gebäude komplett zerstört und dem Erdboden gleich gemacht wurden. Nicht zählbar die Schäden an den Gebäuden, die diese zwar nicht zerstörten, jedoch Wände einstürzen ließen, Fassaden zerbombten und Scheiben zum Klirren brachten. Insgesamt wurde Barcelona zwischen Kriegsbeginn und Kriegsende 385 Mal von der italienischen Luftwaffe angegriffen, gelegentlich auch mit Unterstützung der deutschen Luftwaffe und seltener der Franquisten. Mehr als 1.900 Bomben wurden auf Barcelona in diesen drei Jahren abgeworfen, was einen Prozentanteil von 70% aller im gesamten Bürgerkrieg abgeworfenen Bomben bedeutet. An all die Menschen, die unter diesem Bombenhagel ihr Leben ließen, soll die kleine Plakette oberhalb des Brunnens an der Plaça Joan Amades erinnern.

2 Kommentare zu „Bombenhagel über Barcelona“

    1. In Barcelona existieren noch einige Luftschutzbunker aus dieser Zeit, die besichtigt werden können. Diese wurden von den Anwohnern des Viertels selbst errichtet, um sich vor den Bomben zu schützen. Äußerst interessant.

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