Sant Jordi – Tag des Buches und der Rosen

Der 23. April ist der Namenstag des Patrons Kataloniens Sant Jordi und der Tag der Bücher und Rosen. In ganz Katalonien schenken die Männer den Frauen eine rote Rose und im Gegenzug erhalten sie ein Buch. Natürlich schenken sich heutzutage Menschen beiderlei Geschlechtes untereinander Bücher, aber ursprünglich war dies Mal das Konzept des Tages. Seit 1926 gilt der Todestag Cervantes als Tag des Buches, wobei er nirgendwo in Spanien so exzessiv gelebt wird wie in Katalonien.???????????????????????????????

Sant Jordi spielt in den Mythen Kataloniens eine wichtige Rolle. Die Geschichte um den Heiligen Georg, der die Prinzessin vor dem Drachen befreit, ist allgemein bekannt. In Katalonien wird er verehrt, da er bei entscheidenden Schlachten gegen die Mauren, z.B. bei der Rückeroberung Barcelonas 985 vom Maurenherrscher Al-Manzur, dem Grafen von Barcelona und seinen Rittern zur Seite stand und diese zum Sieg führte.

Nachdem der Consell de Cent, die Stadtverwaltung Barcelonas, 1378 eine Reliquie des Heiligen erworben hatte, wurde der Tag zum offiziellen Feiertag ernannt. Im Mittelalter hatte dieses Fest jedoch eher einen aristokratischen Anstrich, was mit Sicherheit damit zusammen hängt, dass Sant Jordi Pate für viele Ritterorden stand. Gefeiert wurde dieser Tag mit Turnieren im Bornviertel, das diese Bestimmung schon im Namen trägt. „Born“ ist ein altes katalanisches Wort für „Turnier“. Die Feierlichkeiten fanden vor allem in den Häusern der Adligen statt oder im Orangenhof, dem Pati de Taronjes, der Generalitat, zu denen das gemeine Volk keinen Zugang hatte. Doch nach und nach eroberte das Fest die gesamte Gesellschaft.

Doch trotz der Verehrung Sant Jordis als Person, ist die religiöse Verehrung Sant Jordis als Heiliger eine recht junge Tradition. Zwar gab es bereits im 8. Jahrhundert Sant Jordi geweihte Kapellen, aber dafür, dass es sich um den Schutzpatron des Landes handelt, finden sich nur sehr, sehr wenige Kirchen, die den Namen Sant Jordis preisen. Schon Joan Amades listete folgenden Spruch in seinem Werk über die katalanischen Traditionen auf, mit dem Bezug auf sehr seltene Dinge genommen wurde: „És tan escás com les capelles de sant Jordi, que només n´hi ha una a cada bisbat!“ – es ist so selten wie die Kapellen von Sant Jordi, es hat nur eine pro Bistum!

In Barcelona verwandeln sich die Ramblas in einen mobilen Bücherstand und an jeder Ecke der Stadt kann man wunderschöne Rosen erwerben. Dazu öffnet die Generalitat, der Sitz der katalanischen Regierung, ihre Pforten. Normalerweise kann man den Palau nicht besichtigen. Aber an diesem besonderen Tag sind alle herzlichst eingeladen, dieses sehenswerte Gebäude zu besichtigen. Im Patio findet jedes Jahr ein großer Rosenmarkt statt, auf dem besondere Züchtungen präsentiert werden. Der Erlös des Verkaufs dieser Rosen kommt verschiedenen Einrichtungen des sozialen Lebens zu Gute.

2 Kommentare zu „Sant Jordi – Tag des Buches und der Rosen“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: