Poble Sec – ein Viertel eingeklemmt zwischen Paral.lel und Montjuïc

Poble Sec Santa Madrona PlatzZwischen dem Montjuïc und der Straße Paral·lel schmiegt sich das Viertel Poble Sec an den Hang des Berges. Bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es in diesem Bereich Barcelonas nicht mehr als Gärten, brachliegende Felder und ganz vereinzelt ein paar Häuser. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit der Bebauung begonnen. Wie das Viertel zu seinem Namen kam, dazu gibt es zwei Theorien. Zum einen soll sich der Name Poble Sec, „trockenes Dorf“, vom Wassermangel ableiten, dem das Viertel ausgesetzt war, da es lange Zeit keine eigenen Brunnen hatte. Der erste Brunnen wurde erst 1894 gelegt. Zum anderen soll der Name als Abgrenzung zu dem ehemaligen wasserreichen Feuchtgebiet „Raval“ zu sehen sein. Ursprünglich war mal angedacht worden, das Viertel den Namen „Eixample de la Santa Madrona“ zu geben, was sich im Volksmund aber nicht durchgesetzt hat und so der Name Poble Sec blieb.

Poble SecDieses Viertel entwickelte sich losgelöst vom Plà Cerdà, dem Plan zum Bau des Eixample unter Ildefonso Cerdà, da es aufgrund seiner Lage am Fuße des Montjuïc und seiner steilen Topographie für Spekulanten uninteressant war. 1858 wurde die Einteilung von Parzellen vorgenommen und mit dem Bau von Häusern und Baracken begonnen. Es wurden überwiegend Häuser für Arbeiterfamilien errichtet, denn während das Bürgertum das Eixample bevölkerte, zogen Arbeiter an den Fuß des Montjuïc. Für lange Zeit war der Bau der Häuser aber auf eine maximale Höhe von einem Erdgeschoss und einem Obergeschoss begrenzt, da der Montjuïc militärisches Sperrgebiet war und die Höhe der Häuser nicht die Artillerie behindern sollte.

Es war aber auch das Viertel der großen Fabriken und kleinen Werkstätten. Einige Fabriken siedelten sich direkt an den Wohnhäusern ihrer Arbeiter und in direkter Nachbarschaft zum Hauptsitz der Gewerkschaft CNT an. Aber neben der Arbeit kam in diesem Viertel das Vergnügen nicht zu kurz. So wurde das Poble Sec zu einem Viertel der Cafés, Tanzschulen, music-halls und Theatern. Dieses Viertel war also eine Mischung aus Arbeiter- und Vergnügungsviertel und kann als Verlängerung des quirligen Ravals angesehen werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: